E-Auto mit Solarstrom laden 2026: Lohnt sich die eigene Photovoltaik fürs Elektroauto wirklich?

Warum die Kombination aus Elektroauto und Photovoltaik 2026 für viele Hauseigentümer die günstigste Art zu tanken ist – und worauf es bei der Planung ankommt.
Einleitung
Immer mehr Hauseigentümer stellen sich 2026 die gleiche Frage: Wenn das Dach ohnehin Strom produziert, warum nicht gleich das Auto damit laden? Die Idee ist bestechend. Die Sonne liefert den Treibstoff gratis aufs Dach, und das Elektroauto steht die meiste Zeit sowieso nur herum. Doch lohnt sich das in der Praxis wirklich, oder ist es am Ende bequemer, einfach am Netz oder unterwegs zu laden?
Die kurze Antwort: Ja, es lohnt sich, und zwar deutlich. Eigener Solarstrom ist mit Abstand die günstigste Art, ein Elektroauto zu betanken. Gleichzeitig ist nicht jede Kilowattstunde vom Dach automatisch auch im Auto. Entscheidend ist, wie gut Sie Sonne und Ladezeitpunkt zusammenbringen.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was eine Kilowattstunde zuhause, an der Sonne und unterwegs kostet, wie viel Solarstrom Sie realistisch ins Auto bekommen und was die Kombination pro Jahr spart. Dazu gibt es Faustregeln, eine nachvollziehbare Beispielrechnung und eine Checkliste für die Planung.
Was kostet eine Kilowattstunde – zuhause, an der Sonne und unterwegs
Der grösste Hebel beim Laden ist der Strompreis pro Kilowattstunde, und der schwankt je nach Ladeort enorm.
Haushaltsstrom aus dem Netz kostet 2026 im Schweizer Mittel rund 27.7 Rappen pro Kilowattstunde. Gegenüber 2025 sind die Tarife im Durchschnitt etwa vier Prozent gesunken. An öffentlichen AC-Ladestationen zahlen Sie je nach Anbieter zwischen 30 und 65 Rappen, und am DC-Schnelllader an der Autobahn werden schnell 70 Rappen bis über einen Franken pro Kilowattstunde fällig.
Ihr eigener Solarstrom ist dagegen konkurrenzlos günstig. Über die gesamte Lebensdauer einer Photovoltaikanlage liegen die Gestehungskosten, also das, was Sie die selbst produzierte Kilowattstunde tatsächlich kostet, bei rund 8 bis 12 Rappen. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verfahren, statt sie für oft nur 6 bis 10 Rappen ins Netz einzuspeisen, bringt Ihnen den vollen Preisvorteil.
Das ergibt eine klare Rangliste: Solarstrom vom eigenen Dach ist rund drei- bis viermal günstiger als Netzstrom und bis zu zehnmal günstiger als der Schnelllader unterwegs.
Wie viel Solarstrom bekommen Sie wirklich ins Auto?
So günstig Solarstrom auch ist, er fliesst nur, wenn die Sonne scheint. Und genau dann steht das Auto werktags oft beim Arbeitgeber statt in der eigenen Garage. Ohne Steuerung landen deshalb nur etwa 20 bis 30 Prozent des Ladestroms direkt vom Dach im Auto, der Rest kommt aus dem Netz.
Mit etwas Planung lässt sich dieser Anteil stark steigern: Wer das Auto tagsüber zuhause lädt, eine Wallbox mit sogenanntem PV-Überschussladen nutzt oder einen Batteriespeicher dazunimmt, kommt auf 50 bis 70 Prozent Sonnenanteil und mehr. Eine solche Wallbox lädt automatisch nur dann, wenn das Dach gerade mehr produziert, als das Haus im Moment verbraucht.
Drei Faustregeln helfen bei der groben Einschätzung:
Rund 2 kWp zusätzliche Dachleistung produzieren übers Jahr etwa so viel Strom, wie ein Auto für 10'000 Kilometer braucht.
Ein Elektroauto verbraucht inklusive Ladeverlusten etwa 18 bis 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, im Winter eher mehr.
Ohne Steuerung laden Sie 20 bis 30 Prozent direkt aus der Sonne, mit PV-Überschussladen und passendem Verbrauchsverhalten 50 bis 70 Prozent.
Die Beispielrechnung: Das spart Solarstrom fürs E-Auto pro Jahr
Rechnen wir das für einen typischen Haushalt durch. Ein Elektroauto fährt rund 13'000 Kilometer pro Jahr und verbraucht inklusive Ladeverlusten etwa 18 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Das ergibt einen Ladebedarf von rund 2'350 Kilowattstunden im Jahr. Je nach Ladeort kostet dieser Jahresbedarf sehr unterschiedlich:
Eigener Solarstrom (rund 10 Rappen): etwa 235 Franken pro Jahr
Haushaltsstrom aus dem Netz (27.7 Rappen): etwa 650 Franken pro Jahr
Öffentliche AC-Ladestation (rund 45 Rappen): etwa 1'060 Franken pro Jahr
DC-Schnelllader (rund 75 Rappen): etwa 1'760 Franken pro Jahr
Wer sein Auto konsequent mit eigenem Solarstrom statt am Schnelllader lädt, spart also grob 1'500 Franken pro Jahr. Realistisch lädt allerdings kaum jemand zu 100 Prozent aus der Sonne. Nehmen wir einen gut geplanten Haushalt mit 60 Prozent Solaranteil und 40 Prozent Netzstrom an, liegen die jährlichen Ladekosten bei rund 400 Franken, gegenüber 650 Franken bei reinem Netzstrom und weit über 1'000 Franken, wenn Sie oft unterwegs laden.
Über eine typische Haltedauer von zehn Jahren summiert sich der Unterschied zwischen eigenem Solarstrom und öffentlichem Laden schnell auf einen fünfstelligen Betrag. Und je mehr Kilometer Sie elektrisch fahren, desto stärker wirkt der Hebel.
Speicher, Wallbox und intelligentes Laden: So holen Sie das Maximum heraus
Damit möglichst viel Sonne im Auto landet, braucht es mehr als ein paar Module auf dem Dach. Drei Bausteine entscheiden über den Solaranteil.
Eine Wallbox mit PV-Überschussladen ist das Herzstück. Sie misst laufend, wie viel Strom das Dach gerade übrig hat, und speist genau diesen Überschuss ins Auto, ohne dass Sie teuren Netzstrom dazukaufen. Das lohnt sich vor allem, wenn das Auto tagsüber häufig zuhause steht.
Ein Batteriespeicher verschiebt den Sonnenstrom vom Mittag in den Abend, wenn viele das Auto erst nach der Arbeit anstecken. Batteriespeicher sind in den letzten Jahren spürbar günstiger geworden. Bei Runer Solar liegen die Preise zwischen CHF 2'000 und 2'500 pro 5 kWh schlüsselfertig installiert. Moderne Systeme wie der Sigenergy SigenStor können den Strom sogar bidirektional nutzen und bei Bedarf aus der Autobatterie zurück ins Haus speisen.
Ein Energiemanagement schliesslich bringt Dach, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox zusammen und sorgt dafür, dass der Sonnenstrom immer dorthin fliesst, wo er am meisten spart.
Worauf Sie bei der Planung achten sollten
Bevor Sie Photovoltaik und Elektroauto kombinieren, lohnt ein Blick auf die wichtigsten Punkte:
Dachgrösse: Reicht die Fläche für genügend zusätzliche Leistung? Planen Sie pro 10'000 Kilometer Fahrleistung rund 2 kWp zusätzlich ein.
Ladezeitpunkt: Steht das Auto tagsüber oft zuhause, lohnt sich PV-Überschussladen besonders. Wird meist abends geladen, bringt ein Speicher mehr.
Wallbox: Achten Sie auf ein Modell, das PV-Überschussladen beherrscht und mit Ihrer Anlage kommuniziert.
Zukunft: Planen Sie die Anlage lieber etwas grösser. Ein zweites Elektroauto oder eine Wärmepumpe erhöhen den Strombedarf später zusätzlich.
Anmeldung: Wallbox und Anlage müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Ein Fachbetrieb übernimmt das für Sie.
Fazit
Die Kombination aus Photovoltaik und Elektroauto ist 2026 eine der klügsten Investitionen für Hauseigentümer. Eigener Solarstrom ist drei- bis zehnmal günstiger als jede andere Ladequelle, und je mehr Sie selbst fahren, desto schneller zahlt sich das aus.
Entscheidend ist dabei nicht die Technik allein, sondern das Zusammenspiel: eine passend dimensionierte Anlage, eine Wallbox mit PV-Überschussladen und, wo sinnvoll, ein Speicher. Dann holen Sie den grössten Teil Ihres Fahrstroms direkt vom eigenen Dach.
Wer heute eine neue Photovoltaikanlage plant, sollte das Elektroauto von Anfang an mitdenken. Eine um wenige Kilowatt grössere Anlage kostet im Verhältnis wenig, zahlt sich über die Jahre aber vielfach aus.
Sie überlegen, Ihre Photovoltaikanlage gleich fürs Elektroauto auszulegen oder eine Wallbox mit PV-Überschussladen nachzurüsten? Runer Solar plant Ihre Anlage so, dass möglichst viel Sonnenstrom ins Auto fliesst, von der Dimensionierung über die Wallbox bis zum passenden Speicher. Fordern Sie jetzt unverbindlich Ihre Offerte an.
Quellen
Bundesamt für Energie (BFE): Strom- und Energiestatistik 2025/2026
ElCom, Eidgenössische Elektrizitätskommission: Strompreise 2026
SRF: Stromtarife Schweiz 2026 (Haushaltstarif rund 27.7 Rappen pro kWh)
TCS: Elektroauto unterwegs aufladen, Ladekosten AC und DC
Swissolar: Eigenverbrauch und Photovoltaik
Stand: 21. Oktober 2026

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