Einmalvergütung 2026: Wie viel Pronovo für Ihre Solaranlage zahlt – und wie Sie den Antrag richtig stellen

Ihr Wegweiser durch KLEIV, Boni und den Pronovo-Antrag – mit konkreten Ansätzen, Beispielrechnung und Checkliste für 2026.
Einleitung
Wer 2026 eine Solaranlage baut, bekommt vom Bund Geld zurück – einmalig und unabhängig davon, wie viel Strom die Anlage später ins Netz einspeist. Dieses Förderinstrument heisst Einmalvergütung, kurz EIV, und wird von der Pronovo AG im Auftrag des Bundes ausbezahlt. Für ein Einfamilienhaus kommen so schnell einige Tausend Franken zusammen, die Ihre Investition spürbar senken.
Doch wie viel zahlt Pronovo genau, wovon hängt der Betrag ab und wie kommen Sie ohne Papierkrieg an das Geld? Dieser Ratgeber führt Sie durch die Ansätze für 2026, zeigt an einer Beispielrechnung, was bei einem typischen Dach herausschaut, und erklärt den Antrag Schritt für Schritt.
Eines vorweg: Die EIV folgt festen Regeln, und ihre Höhe wird rund zweimal pro Jahr überprüft und angepasst. Umso wichtiger ist es, vor der Investition mit aktuellen Zahlen zu rechnen statt mit Werten von gestern.
Was ist die Einmalvergütung – und wer bekommt sie?
Die Einmalvergütung hat die frühere kostendeckende Einspeisevergütung abgelöst. Statt über viele Jahre den eingespeisten Strom zu vergüten, zahlt der Bund heute einen fixen Investitionsbeitrag – einmalig, nach der Inbetriebnahme der Anlage. Wie viel Strom Sie später selbst verbrauchen oder verkaufen, spielt für die Höhe keine Rolle.
Pronovo unterscheidet drei Programme. Die KLEIV ist die Einmalvergütung für kleine Anlagen mit einer Leistung von 2 bis knapp 100 Kilowattpeak – das ist der Normalfall für Einfamilienhäuser und kleinere Betriebe. Die GREIV gilt für grosse Anlagen ab 100 Kilowattpeak und wird projektbezogen festgelegt. Die HEIV schliesslich ist eine hohe Einmalvergütung für Anlagen, die ihren Strom die ersten 15 Jahre vollständig ins Netz einspeisen und nichts selbst verbrauchen.
Für die allermeisten Hauseigentümer ist damit die KLEIV das Thema. Voraussetzung ist immer, dass die Anlage tatsächlich gebaut, ans Netz angeschlossen und sauber dokumentiert ist.
Wie viel zahlt Pronovo 2026? Die Ansätze im Überblick
Die KLEIV besteht heute nur noch aus einem Leistungsbeitrag pro Kilowattpeak. Der früher übliche fixe Grundbeitrag ist inzwischen weggefallen – gezahlt wird also rein nach der installierten Leistung. Diese Ansätze gelten aktuell:
Aufdach- oder freistehende Anlage: 360 Franken pro Kilowattpeak bis 30 kWp, darüber 300 Franken pro Kilowattpeak.
Ins Dach integrierte Anlage (Indach): 400 Franken pro Kilowattpeak – also rund 10 Prozent mehr als beim Aufdach.
Kein fixer Grundbeitrag mehr: Kleine wie grössere Anlagen werden allein über den Leistungsbeitrag gefördert.
Als Faustregel bringt die EIV bei einer normalen Aufdachanlage rund 360 Franken pro Kilowattpeak. Über die ganze Anlage gerechnet fliessen so grob 10 bis 15 Prozent der Investitionskosten zurück.
Wichtig: Diese Ansätze werden regelmässig überprüft und etwa halbjährlich angepasst. Verlassen Sie sich deshalb nie auf alte Werte, sondern lassen Sie den Betrag vor der Investition mit dem Pronovo-Tarifrechner oder von Ihrem Solarpartner konkret berechnen.
Beispielrechnung: Was bringt die EIV beim Einfamilienhaus?
Nehmen wir ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer 10-Kilowattpeak-Anlage auf dem Dach – eine Grösse, die für viele Haushalte gut passt. So sieht die Rechnung aus:
Anlagengrösse: 10 kWp als klassische Aufdachanlage.
Investition: rund 25'000 Franken schlüsselfertig.
Einmalvergütung: 10 mal 360 Franken, also rund 3'600 Franken.
Investition nach EIV: noch rund 21'400 Franken.
Eine solche Anlage produziert je nach Ausrichtung rund 9'000 bis 10'000 Kilowattstunden pro Jahr. Was Sie selbst verbrauchen, sparen Sie zum vollen Strompreis; den Rest vergütet Ihr Netzbetreiber. Unter dem Strich bringt das erfahrungsgemäss einen Nutzen von etwa 1'500 Franken pro Jahr. Damit amortisiert sich die Anlage nach rund 14 Jahren – und das, bevor der Steuerabzug für die Investition überhaupt eingerechnet ist, der die Amortisation noch einmal verkürzt.
Wählen Sie statt des Aufdachs eine ins Dach integrierte Lösung, steigt die Einmalvergütung auf 4'000 Franken. Das ist vor allem dann interessant, wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht und die Module die Ziegel ersetzen.
Mehr Förderung: Boni und das Indach-Dach
Erfüllt Ihre Anlage besondere Voraussetzungen, zahlt Pronovo Zuschläge. Die wichtigsten Boni:
Steile Anlagen über 75 Grad Neigung – typischerweise Solarfassaden – erhalten 200 Franken pro Kilowattpeak zusätzlich. Ist die Fassade in die Hauswand integriert, verdoppelt sich dieser Bonus.
Freistehende Anlagen ab 150 kWp auf über 1'500 Metern Höhe bekommen einen Höhenbonus von 250 Franken pro Kilowattpeak.
Photovoltaik als Überdachung von Parkplätzen wird ab 100 kWp mit 250 Franken pro Kilowattpeak zusätzlich gefördert.
Der Hintergrund: Steile und hochgelegene Anlagen liefern im Winter überdurchschnittlich viel Strom, genau dann, wenn er im Netz knapp ist. Für ein normales Einfamilienhaus sind vor allem der Indach-Ansatz und – bei einer Solarfassade – der Neigungsbonus relevant. Die übrigen Zuschläge zielen auf grössere Projekte.
So stellen Sie den Antrag richtig
Die KLEIV können Sie erst einreichen, wenn die Anlage fertig gebaut und in Betrieb ist – anders als bei grossen Anlagen, wo ein Gesuch schon vorher möglich ist. In der Praxis erledigt das ein guter Solarbetrieb für Sie: Er erstellt das Abnahmeprotokoll und reicht das Gesuch mit Ihrer Vollmacht über das Pronovo-Kundenportal ein. Diese Unterlagen gehören dazu:
Abnahmeprotokoll des Installateurs oder Sicherheitsnachweis samt Mess- und Prüfprotokoll.
Beglaubigung der Anlagendaten – bis 30 kWp durch den Netzbetreiber oder ein Kontrollorgan, darüber durch einen akkreditierten Auditor.
Grundbuchauszug oder ein vergleichbares Dokument zum Grundstück.
Zahlungsinformationen für die Auszahlung.
Bei Indach-Anlagen zusätzlich Fotos von Bauphase, Randabschlüssen und der fertigen Anlage.
Rechnen Sie damit, dass zwischen Einreichung und Auszahlung einige Monate vergehen – die EIV ist kein Sofortgeld. Wer die Anlage über einen erfahrenen Partner realisiert, muss sich um den Papierkram in der Regel gar nicht selbst kümmern.
Die EIV clever kombinieren
Die Einmalvergütung ist selten die einzige Unterstützung. Sie lässt sich mit weiteren Töpfen kombinieren: Die Investition in die Solaranlage können Sie in den meisten Kantonen als Energiesparmassnahme von den Steuern abziehen – wobei erhaltene Förderbeiträge den abziehbaren Betrag mindern. Dazu kommen je nach Wohnort kantonale oder kommunale Zusatzförderungen. Der Kanton Zürich etwa fördert seit 2026 auch Batteriespeicher direkt. In Summe drücken diese Instrumente zusammen den Preis Ihrer Anlage deutlich – es lohnt sich, alle Möglichkeiten vor dem Bau zu prüfen.
Fazit
Die Einmalvergütung ist der verlässlichste Baustein der Schweizer Solarförderung. Für ein Einfamilienhaus sind es einige Tausend Franken, die die Investition senken und die Amortisation um Jahre verkürzen. Wer ein Indach-System oder eine Solarfassade plant, holt über die höheren Ansätze und Boni noch mehr heraus.
Der Aufwand hält sich in Grenzen, weil ein guter Solarpartner das Gesuch übernimmt. Entscheidend ist, mit aktuellen Ansätzen zu rechnen und die Fördermöglichkeiten früh mitzudenken – am besten schon bei der Planung, nicht erst nach dem Bau.
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Quellen
Bundesamt für Energie (BFE): Förderung der Photovoltaik in der Schweiz.
Pronovo AG: Einmalvergütung (EIV) – KLEIV, GREIV und HEIV sowie Tarifrechner.
Energieförderungsverordnung (EnFV), admin.ch.
Swissolar: Förderung von Photovoltaikanlagen.
Stand: 22. September 2026

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