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Solarthermie oder Photovoltaik 2026: Welche Solaranlage fürs Warmwasser wirklich lohnt

Autorenbild: Runer Solar
Runer Solar
5. Okt.
5 Min. Lesezeit

Hohe Wärmeausbeute gegen volle Flexibilität: der ehrliche Vergleich fürs Einfamilienhaus – mit Faustregeln, Beispielrechnung und Checkliste.




Einleitung


Die Sonne aufs Dach holen – aber wie? Wer heute warmes Wasser mit Sonnenenergie machen will, steht vor zwei Wegen. Die Solarthermie wandelt das Sonnenlicht direkt in Wärme um. Die Photovoltaik macht daraus Strom. Beide Technologien sitzen auf dem Dach, beide sparen Energie – doch für Ihr Haus lohnt sich 2026 fast immer nur eine davon.

Die kurze Antwort vorweg: Für die allermeisten Einfamilienhäuser ist heute die Photovoltaik die klügere Wahl, oft in Kombination mit einer Warmwasser-Wärmepumpe. Die Solarthermie bleibt eine Nische für wenige Spezialfälle. Warum das so ist, rechnen wir Ihnen in diesem Beitrag Schritt für Schritt vor – und am Schluss sagen wir Ihnen, worauf Sie bei der Entscheidung achten müssen.




Zwei Wege zur Sonne: So funktionieren die beiden Systeme


Bei der Solarthermie sitzen Kollektoren auf dem Dach, entweder flache Platten oder Vakuumröhren. In ihnen erwärmt sich eine Flüssigkeit, eine Pumpe bringt diese Wärme in einen Warmwasserspeicher im Keller. Das System kann genau eines: Wärme machen – meist fürs Warmwasser, mit grösseren Anlagen auch zur Heizungsunterstützung.

Die Photovoltaik dagegen wandelt Sonnenlicht in Strom. Diesen Strom können Sie überall im Haus nutzen: für Licht und Geräte, für die Wärmepumpe, fürs E-Auto – und eben auch fürs Warmwasser, entweder über einen einfachen Heizstab im Boiler oder, deutlich wirksamer, über eine Warmwasser-Wärmepumpe. Der entscheidende Unterschied steckt genau hier: Strom ist flexibel, Wärme ist es nicht.




Wirkungsgrad und Ertrag: Wärme oder Strom – was holt mehr aus dem Dach?


Auf den ersten Blick gewinnt die Solarthermie klar. Ein Flachkollektor wandelt 60 bis 75 Prozent der Sonnenenergie in nutzbare Wärme um, Vakuumröhren schaffen 70 bis 85 Prozent. Ein Photovoltaik-Modul kommt elektrisch nur auf 18 bis 22 Prozent. Pro Quadratmeter liefert Solarthermie übers Jahr rund 350 bis 500 Kilowattstunden Wärme, Photovoltaik dagegen nur etwa 180 Kilowattstunden Strom.

Doch dieser Vergleich führt in die Irre. Denn die 180 Kilowattstunden Strom treiben eine Warmwasser-Wärmepumpe an, und die macht aus einer Kilowattstunde Strom rund drei Kilowattstunden Wärme. Aus demselben Quadratmeter Dach werden so etwa 500 Kilowattstunden Warmwasser – ähnlich viel wie bei der Solarthermie. Nur bleibt der Solarstrom dabei flexibel: Was Sie nicht fürs Warmwasser brauchen, geht an Haushalt, Heizung, Auto oder ins Netz.

Drei Faustregeln helfen beim Einordnen:

  • Pro Person rund 1 bis 1,5 m² Kollektorfläche: Ein Vierpersonenhaushalt braucht also 4 bis 5 m² Solarthermie plus einen Speicher von rund 300 Litern.

  • Solarthermie deckt übers Jahr 50 bis 60 Prozent des Warmwassers – von April bis September fast alles, im Winter aber nur wenig.

  • 1 m² Solarthermie bringt grob 350 bis 500 kWh Wärme pro Jahr, 1 m² Photovoltaik rund 180 kWh Strom – über eine Warmwasser-Wärmepumpe werden daraus etwa 500 kWh Wärme.




Was kostet was? Anschaffung, Betrieb und Amortisation


Eine reine Warmwasser-Solaranlage fürs Einfamilienhaus liegt als Richtwert bei rund CHF 6'000 bis 12'000 inklusive Montage; Kombianlagen mit Heizungsunterstützung kosten deutlich mehr. Dazu kommen Betriebskosten für Pumpe und Frostschutz sowie eine Wartung alle ein bis zwei Jahre. Dafür ist die Technik langlebig: Kollektoren halten 20 bis 30 Jahre, der Speicher 15 bis 25, die Umwälzpumpe 10 bis 15.

Beispielrechnung (Richtwerte): Ein Vierpersonenhaushalt braucht grob 2'500 Kilowattstunden Wärme pro Jahr fürs Warmwasser. Deckt eine Solarthermieanlage davon 55 Prozent und ersetzt damit teuren Boilerstrom zu rund 30 Rappen je Kilowattstunde, spart sie etwa CHF 410 im Jahr. Bei Anschaffungskosten von rund CHF 9'000 ergibt das ohne Förderung eine Amortisation von über 20 Jahren.

Zum Vergleich: Dieselben 2'500 Kilowattstunden Wärme macht eine Warmwasser-Wärmepumpe aus nur rund 830 Kilowattstunden Strom. Liefert Ihre Photovoltaikanlage diesen Strom zu Gestehungskosten von etwa 10 Rappen, kostet Sie das Warmwasser noch 80 bis 180 Franken im Jahr – und dieselbe Anlage versorgt zusätzlich den ganzen Haushalt. Genau hier liegt der Grund, warum sich die Photovoltaik meist schneller rechnet: Ihr Ertrag hat viele Abnehmer, nicht nur den Boiler.




Photovoltaik fürs Warmwasser: Heizstab oder Wärmepumpe?


Wer mit Solarstrom Warmwasser macht, hat zwei Wege. Der Heizstab ist der einfachste: Ein elektrischer Stab im Boiler wird mit dem Solarüberschuss beheizt. Das kostet wenig – oft nur einige Hundert Franken – und nutzt Strom, der sonst günstig ins Netz fliessen würde. Energetisch ist es allerdings 1 zu 1, also wenig effizient. Sinnvoll ist der Heizstab deshalb vor allem als Ergänzung für sonnige Überschussstunden.

Die Warmwasser-Wärmepumpe ist die stärkere Lösung. Sie ersetzt den alten Elektroboiler, braucht nur rund ein Drittel des Stroms und harmoniert ideal mit der Photovoltaik. Zusammen mit dem eigenen Solarstrom entsteht Warmwasser zu Kosten, mit denen keine Solarthermie mithält. Für viele Haushalte ist das die eigentliche Antwort auf die Frage nach dem Sonnen-Warmwasser.




Für wen sich was lohnt – und worauf Sie achten müssen


Die Photovoltaik ist 2026 für fast jedes Einfamilienhaus die bessere Wahl, weil ihr Strom flexibel ist: Er deckt Haushalt, Wärmepumpe, Auto und Warmwasser zugleich. Die Solarthermie bleibt in wenigen Fällen sinnvoll – etwa wenn sehr viel Warmwasser gebraucht wird, eine passende Hydraulik bereits vorhanden ist oder die Dachfläche gezielt nur fürs Warmwasser genutzt werden soll. Wichtig zu wissen: Solarthermie und Photovoltaik konkurrieren um dieselbe Dachfläche – wer sie gleichzeitig will, muss teilen.

Bei der Förderung unterscheiden sich die Wege. Solarthermie wird in vielen Kantonen über das Gebäudeprogramm unterstützt, die Photovoltaik über die Pronovo-Einmalvergütung des Bundes; im Kanton Aargau kommen je nach Gemeinde weitere Beiträge dazu. Welche Beträge aktuell gelten, lohnt sich vor dem Entscheid kurz zu prüfen. Fünf Fragen bringen Sie der Antwort näher:

  • Wie viel Warmwasser brauchen Sie wirklich – und wie stark schwankt der Bedarf übers Jahr?

  • Ist eine Wärmepumpe im Haus oder geplant, die den Solarstrom nutzen kann?

  • Wie gross ist die nutzbare Dachfläche, und soll sie Strom oder nur Wärme liefern?

  • Welche Förderung greift für welche Technologie – Gebäudeprogramm oder Einmalvergütung?

  • Passt die Lösung zu Ihren weiteren Plänen wie E-Auto, Heizungsersatz oder einer späteren Erweiterung?




Fazit


Solarthermie ist technisch elegant und holt pro Quadratmeter viel Wärme aus der Sonne – aber sie kann nur eines: Warmwasser. Die Photovoltaik liefert Strom für alles und macht über eine Warmwasser-Wärmepumpe am Ende ähnlich viel Warmwasser, nur eben flexibel und meist günstiger pro genutzter Kilowattstunde. Das ist der Grund, warum der Markt klar in Richtung Photovoltaik gekippt ist und die Solarwärme eine Nische bleibt.

Für die allermeisten Hauseigentümer lautet die Empfehlung deshalb: eine gut dimensionierte Photovoltaikanlage, bei Bedarf ergänzt durch eine Warmwasser-Wärmepumpe. Solarthermie nur dort, wo die Rahmenbedingungen wirklich dafür sprechen.


Sie sind unsicher, welcher Weg für Ihr Dach und Ihren Warmwasserbedarf der richtige ist? Wir rechnen Ihnen beide Varianten ehrlich durch und zeigen, was sich für Ihr Haus wirklich lohnt – unverbindlich und auf Ihre Situation zugeschnitten, im Aargau und im Kanton Zürich.






Quellen


  • Bundesamt für Energie (BFE): Publikationen zum Potenzial der Solarwärme und zur Warmwasserbereitung

  • Swissolar: Markt Schweiz – Entwicklung des Photovoltaik-Zubaus 2025

  • Herstellerangaben und Fachportale zu Solarthermie und Photovoltaik: Wirkungsgrad, Ertrag, Kosten und Deckungsgrad (Stand 2026)


Stand: 5. Oktober 2026

 
 
 

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Kommentare


Bernadette von Felten

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